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Kaiserschnitt erhöht Komplikationsrisiko bei späterer Hysterektomie

Für Frauen, die ein Kind per Kaiserschnitt (Sectio) entbunden wurden, ist eine spätere Hysterektomie, einer dänischen Kohortenstudie zufolge, mit vermehrten Komplikationen und einer höheren Reoperationsrate verbunden.

Die Sectiorate innerhalb Europas liegt mittlerweile je nach Land zwischen 14,8 und 52,2%. Der Anteil der Schnittentbindungen in Deutschland ist im Jahr 2015 von 31,8 auf 31,1% leicht gesunken. Wissenschaftler der Universität Aalborg haben nun mögliche Risiken aufgedeckt, die sich aus operativen Entbindungen ergeben können. Sie analysierten dazu dänische Registerdaten von insgesamt 7685 Frauen, die zwischen Januar 1993 und Dezember 2012 ihr erstes Kind geboren hatten und sich zwischen Januar 1996 und Dezember 2012 einer Hysterektomie wegen einer gutartigen Erkrankung unterziehen mussten. Die durchschnittlich 40 Jahre alten Frauen litten überwiegend unter Myomen (25,9%), Menstruationsstörungen wie etwa Zwischenblutungen oder Polypen (40,4%). 22% der Frauen waren zuvor einmal durch einen Kaiserschnitt entbunden worden, 9,4% hatten zwei oder mehr Schnittentbindungen hinter sich. Bei 48,3% der Frauen wurde die Hysterektomie über einen Bauchschnitt durchgeführt, bei 32.7% vaginal und bei 19% endoskopisch.

In der Studie zeigten sich bei insgesamt 5% der Patientinnen innerhalb von 30 Tagen Komplikationen, die eine erneute Operation erforderlich machten. Nach vaginaler oder endoskopischer Operation wurde seltener nachoperiert als nach abdominaler Hysterektomie (Bauchschnitt). In der Analyse zeigte sich für Frauen mit einem Kaiserschnitt ein um 31% und bei zwei oder mehr Schnittentbindungen ein um 35% erhöhtes Risiko für eine revisionsbedürftige Komplikation nach Hysterektomie.
Peri- und postoperative Komplikationen traten bei 12,2% der Patientinnen auf, am häufigsten bei endoskopischen Eingriffen. Insgesamt war die Komplikationsrate bei Frauen mit einer Sectio in der Vorgeschichte erhöht (um 16% bei nur einer Sectio, um 30% bei zwei oder mehr). Das größte Problem waren dabei Blutungen, gefolgt von Infektionen und perioperativen Läsionen. 2,5% der Patienten benötigten eine Bluttransfusion. Dieses Risiko lag bei Frauen mit mindestens zwei Schnittentbindungen um 93% höher als bei vaginaler Entbindung.

Kommentar: In der Regel handelt es sich bei der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) um einen komplikationsarmen Eingriff. Trotzdem geht die Operation nicht ohne Risiken einher. Die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen ist nach vorausgegangene Operation an der Gebärnmutter (z.B. Myomentfernung) erhöht. Verwachsungen, die infolge einer Sectio entstehen, nehmen mit der Zahl der Kaiserschnittentbindungen zu. Die vorliegenden Daten zeigen, dass Verwachsungen, insbesondere mit der Blase und/oder dem Darm, die Gebärmutterentfernung erschweren, die Op.-Dauer verlängern und das Risiko für Komplikationen erhöhen können.
Welche Komplikationen im Einzelfall auftreten, hängt einerseits vom individuellen Gesundheitszustand der operierten Frau und andererseits von der Erfahrung des Operateurs und der Operationsmethode ab.

Auszüge aus einem Artikel von Dr. Christine Starostzik https://www.springermedizin.de/
Auch das Deutsche Ärzteblatt hat über diese Studie berichtet.

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