Mein Problem

Ich suche einen Operateur, der Erfahrung mit seltenen Diagnosen und Operationen hat

Seltene Diagnosen und entsprechende Operationen sind ein Problem. Bei häufigen Erkrankungen wissen Ärzte meist gut wie man sie am besten behandelt, denn Medizin ist erfahrungsgeprägt. Hinzu kommt, dass Operateure gerade bei seltenen Operationen ihre eigenen OP-Methoden bevorzugen.

Eine seltene Diagnose ist das Vestibulitis vulvae Syndrom. Das vulväre Vestibulitis-Syndrom ist gekennzeichnet durch Schmerzen – Brennen, Stechen, Reizung, Wundsein – und starke Empfindlichkeit bzw. Überempfindlichkeit im Introitus vaginae, so dass eine vaginale Penetration jeder Art nicht schmerzfrei möglich oder sogar unmöglich ist. Es gibt für dieses Krankheitsbild noch keine etablierte Therapie, da das Problem in seiner Ätiologie bisher noch nicht verstanden wurde. Wenn konservative Methoden nicht zum Erfolg führen (Botulinumtoxin und Neocutis Bio-restorative Skin Cream), kann in ausgewählten Fällen eine operative Therapie Erleichterung verschaffen.

Eine seltene Operation ist das Anlegen eine Neovagina bei angeborener Fehlanlage der Scheide (Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser Syndrom). Das MRKH-Syndrom ist eine angeborene Fehlbildung, die nur Frauen betrifft. An der Stelle, an der normalerweise die Gebärmutter und die Vagina liegen, befindet sich als Folge einer Fehlentwicklung nur ein bindegewebiger Strang. Betroffenen Mädchen fehlten somit von Geburt an Scheide und Gebärmutter. Eierstöcke, Brüste, Klitoris und Schamlippen seien hingegen normal ausgebildet. Ohne chirurgische Korrektur oder Therapie ist kein vaginaler Geschlechtsverkehr möglich. Wege ein genetisch eigenes Kind zu bekommen sind durch Einschränkungen in Deutschland erschwert. Ein Hoffnung bietet die – noch experimentelle – Gebärmuttertransplantation.

Die Therapie der Vaginalaplasie kann durch verschiedene Operationsmethoden erfolgen. Heute kann man betroffenen Frauen mit minimal invasiver Technik zu einer funktionstüchtigen Neovagina verhelfen. Was das MRKH-Syndrom konkret für eine Frau bedeutet, können Sie in diesem eindrücklichen Erfahrungsbericht einer Patientin nachlesen:

www.kantonsspitalbaden.ch/Departement-Frauen-Kinder/Dokumente/mrkh_syndrom_erfahrungsbericht.pdf

Der Vorteil der Sigmamethode liegt darin, dass die länge (Tiefe) der Scheide sich nicht verringern wird und deshalb auch das Tragen einer Prothese postoperativ nicht erforderlich ist. Risiken bestehen darin, dass es Verwachsungen bis hin zum Darmverschluss geben kann oder das das Transplantat nicht angenommen wird. Wir haben diese Komplikation bei 19 Operationen dieser Art nie beobachtet. Manchmal besteht in der ersten Zeit nach der OP eine lästige Sekretion der Darmschleimhaut. Und der Scheideneingang kann zunächst etwas zu eng sein, was in einer zweiten OP korrigiert werden muss.

Ausführliche Informationen über die Vaginalaplasie: Klinik, Operationstechniken inklusive endoskopische Neuentwicklungen, Langzeitergebnisse und patientenbezogene Aufklärungsmaterialien finden Sie in einer Dissertation aus der Universitäts-Frauenklinik mit Poliklinik Tübingen

Eine weitere seltene Operation sind Stenosen des Scheideneingangs nach größeren Geburtsverletzungen (Dammriss IV. Grades). Wir verwenden für die dauerhafte Erweiterung einen gestielten Haut-Fettlappen (Bulbocavernosus-Lappen-Plastik), um das Narbengewebe komplett entfernen und durch neue, gut durchblutete Haut ersetzen zu können. Nachteil dieser Methode ist einerseits die Behaarung der verwendeten Haut (Epilation möglich), und die im Vergleich zur Scheidenhaut fehlende Sekretion, sodass beim Verkehr manchmal die Verwendung von Gleitgel erforderlich werden kann. Auch Wundheilungsstörungen bei der Einheilung des Lappens haben wir gesehen.

Wir informieren und beraten Sie auch bei selten Diagnosen und Operationen. Sollten wir zu der Überzeugung kommen, dass es für Sie eine geeignetere Institution mit besonders qualifizierten Spezialisten gibt, werden wir Sie darauf hinweisen.

Vereinbaren Sie einen Termin unter Tel. 040 44 190 550 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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